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Chronik Folgende Punkte sind unter Anderem besonders erwähnenswert: 1934 werden die ersten Statuten in Kraft gesetzt. Der Verband zählt 9 Klubs mit insgesamt 100 Aktiven. 1938 wird in Zürich- Altstetten der Platzgerklub "Bärner-Mutzen" gegründet. 1942 - erstmalige Durchführung einer Platzgermeisterschaft mit 92 Teilnehmern. 1946 werden die Unterverbände Mittelland, Emmental- Oberaargau und Oberland gegründet. Es wird der erste offizielle Propagandist gewählt. Ab 1951 wird mit dem "Platzger - Sport" ein zwölf mal jährlich erscheinendes Verbands- Organ herausgegeben und an alle Mitglieder versandt. 1957 - werden neue Statuten und das revidierte Festreglement angenommen. 1959 - Christian Aegerter sen. und Gottfried Rohrer werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Als Korrespondent für Tageszeitungen wird Alfred Buri aus Ostermundigen gewählt. 1979 werden die beiden ausserkantonalen Klubs Falkenstein- Niedergösgen (SO) und Berntor- Murten (FR) in den Verband aufgenommen. 1982 wird der Kantonalcup eingeführt. 1983 wird Christian Aegerter jun. an der Delegiertenversammlung in Schüpfen für seine 20 Jahre Tätigkeit als Zentralpräsident der Titel eines Ehrenpräsidenten verliehen. Im Oktober desselben Jahres wird im Hotel National in Bern das fünfzig jährige Bestehen des Kantonal- Bernischen- Platzgerverbandes gefeiert. 1985 werden die Platzger in den Schweizerischen Landesverband für Sport (SLS) aufgenommen. Im Frühling des Jahres 1988 wird in Spanien an der Playa de Aro das erste Platzger- Trainingslager durchgeführt. 1990 - um den Mitgliederschwund im Verband aufzuhalten, wird ein Nachwuchskonzept ausgearbeitet. 1991 - An der DV in Heimberg wird das Nachwuchskonzept im Zusammenhang mit der Wahl des Propagandaobmannes Christian Zimmermann in Kraft gesetzt. 1992 findet im Oberösterreichischen Braunau das erst Dreiländerturnier statt. (D, A, CH) 1993, nachdem Christian Aegerter 30 Jahre als höchster Platzger im Amt gewesen ist, übergibt er das Amt des Zentralpräsidenten an Paul Gertsch. ebenfalls 1993 wird im Freilichtmuseum auf dem Ballenberg mit 200 Teilnehmern der erste Ballenberg- Cup ausgetragen. 1994 werden in Biberist an der DV die revidierten Statuten und Reglemente genehmigt und in Kraft gesetzt. 1998 wird an der 65. DV in Krauchthal der Beschaffung einer EDV- Anlage zugestimmt. Mit dieser Investition soll künftigen Festorganisatoren die Arbeit im Rechnungsbüro erleichtert, oder gar abgenommen werden. Ueli Hadorn wird zum EDV- Obmann gewählt. Geschichte Die durch harte Lebensbedingungen gestählten Helvetier flössten selbst einem Cäsar Achtung ein. Ausgrabungen beweisen, dass die Römer im oberen Helvetien ihre Leibesübungen betrieben. Nach Festigung des Christentums duldete die Kirche zur leichten Bekehrung der germanischen Volksstämme deren Gewohnheiten in Kraftspielen aller Art. Der Kampf für die Freiheit und die Weihe der Feste durch Körperübungen, veranlasste unsere Vorfahren aber auch noch weiterhin durch die Jahrhunderte hindurch, den Leib hart und tüchtig zu machen. Die spärlichen Quellen über die Leibesübungen beginnen in der Hauptsache erst nach der Gründung der Eidgenossenschaft zu fliessen. Darnach fanden die alten Schweizerspiele ihre liebevolle Pflege bei den Hirten und Sennen, in den Zünften und Knabschaften, im Wetteifer der Gemeinden, in der Weihe religiöser Feste und in Bräuchen und Sitten. Das Spiel musste sich gerade in unserem Land der Gegensätze, im Herzen Europas, am Treffpunkt vieler Kulturen, an wichtigen Durchgangsstrassen zwischen Nord und Süd, besonders mannigfaltig und eigenartig entwickeln. Mit ganzer Seele begingen die Schweizer ihre Feiern zur Erinnerung an Waffentaten, von Fasnachts- und Zunftanlässen, wobei die Teilnehmer Frohsinn und Freundschaft, Kraft und Geschicklichkeit in Spielkämpfen pflegten. Die freundschaftlichen Zusammenkünfte scheinen selbst auf die in Fehden verwickelten Brüder ihre einigende Nachwirkung ausgeübt zu haben. Echt schweizerisch ist der allgemein bekannte Vorfall der Kappeler Milchsuppe. Das gemeinsame erleben des ganzen Volkes überbrückte auch Standesunterschiede. Darnach schätzten damals auch Amtspersonen die volkstümlichen Wettkämpfe. Nach der Wahl der Räte ging man auf einen Platz und sprang, rang, lief und stiess Steine. Schützenfest in St. Gallen 1583 Chroniken melden aus dem Appenzellerland: die ältesten Spiele fanden an sogenannten Alp- und Weidstubeten statt. Da übte man sich im Springen, Ringen, Tanzen, Kegelschieben, Blattenschiessen und Steinstossen. Leute beiderlei Geschlechts versammelten sich zu diesem Zweck im Frühling und Herbst auf den hiezu angewiesenen Plätzen. Ein Mitglied des Rates und der Landesweibel beaufsichtigten diese Spiele im Namen der Obrigkeit. Die älteste Verordnung hierüber lautet folgendermassen: "Die Waid- und Alpstubeten sollen dem jungen Volk nach der Nachmittagspredigt erlaubt sein. Damit sie ihren Mut in Zucht und Ehren zeigen können, soll deswegen jeder Messner eine Stunde früher einläuten, damit man an dieselben könne". An den Kilbinen übte man sich wie an Hirtenfesten im Kegelschieben, Blattenschiessen, Steinstossen, verbunden mit jauchzen, und mit Blumensträussen geschmückte Jünglinge und Mädchen zogen unter Gesang um das Dorf. Zwischen den Strömungen der Leibesübungen schienen unsere alten schweizer Spiele zu ersticken; aber die Berner und Innerschweizer hielten glücklicherweise zäh an ihren Überlieferungen fest. Vereine, Verbände, Erziehungsanstalten und das Militär nahmen sich einiger alten Spiele an. Der inzwischen stark gewordene Eidgenössische Turnverband war dazu berufen, einige schweizer Spiele wie Schwingen, Steinstossen, Ringen und Steinheben unter seine starken Fittiche zu nehmen und ihr Weiterleben durch belehrende Kurse und anfeuernde Feste zu gewährleisten. Alphirtenfest auf dem Unspunnen 1805 Vom "Platzgen" oder "Plattenwerfen" lesen wir in alten Chroniken folgende Namen: Tötzlen, Plättlen, Le Palet, Jouer aux couthions, Giovar a plattas, Dar a passers, Dar il Buc, Igl stichel, Geissgüggele, Plattenschiessa, Le jeu de la quille cavalière, Stöckle, Stöcklen, Platzgen, Platta stechel, Aux boutons, Platschgere uva. Diese Spiele betrieben die Schweizer in allen möglichen Formen und Entwicklungen. Niedwaldner Kalender 1888: "Scharmante junge Männer sind auf Besuch gekommen, sind Tag und Wochen dageblieben, haben die Zeit vertrieben mit Niggelschlagen, Blattenschiessen und Mutteli drölen." Die Poschiaver verboten diese Spiele in ihren 1550 gedruckten Statuten. Zürcher Mandat 1545: blatten geschossen. Zürcher Mandat 1627: "Wir wöllent, dass die jungen Mannschaft ihr Kurzweil mit Blattenschiessen, Kegeln, Ballenschlahen und Steinstossen wool haben möge; allein dass von Zusähern kein Gwett derby getrieben werdint". Im Jahre 1555 verboten die Berner das "blattenschiessen" auf der Schützenmatte. Berner Mandat 1628 / 67: "Dessglychen lassen wir zu als Manns und Lybsübung das Kugelwerfen, Ballen und Kugelschlagen, auch Blattenschiessen ... doch allein von Kurzweil wegen." Pfarrarchiv Wangen a. A. 1680: 15. 8. "es ist vor Chorgericht erkent worden über Hans und Peter Strasser, dass wie sie oongeacht etlichmal an sie vorganglich chorgerichtlichen Mahnungen des sontäglichen kaigelns und blattenschiessens nicht müssig gangen, sie zu wohlverdienter Straaf 24 stund incarceriert werden und jeglicher zuhanden des Chorgerichts erlege 10 s." An der Chorgerichtssitzung in Oberdiessbach wurde folgendes Urteil gefällt und in den Manualen von 1773 niedergeschrieben: Bendicht und Hans Aebersold werden wegen "stöcklen" und "Blattenschiessen", wobei sie auch gezankt haben, gemassregelt. In Ringgenberg schoss man noch bis 1860 mit 1 - 2 kg schweren Steinplatten nach einem 10 - 15 m entfernten Ziel. Das wiederholen des Blattenschiessens nach einem missglückten Wurf nannte man "pifren". Dieser Ausdruck war auch bei den Brienzer Buben bei ihrem "Stöcklen" gebräuchlich. Schaffhausen, Hallau 1700: "Auf betreiben der Geistlichen wird Kegeln, Blättlen und andere Ungebühr, durch welche der Sabbat entheiligt werden möchte, abgeschafft". Das Blattenschiessen "ludus disvorum vel lapidum obriculatorum" "Blatten darmit man schiesst discus", Blattenschiessen "discus ludere". (Denzler 1677, Clavis linguane Latinae Basileia 1677 Ed. VII. Basilea 1716). Das Spiel wird in alten Mandaten oft eingeschränkt, oder gar verboten, so in St. Gallen um 1551 - 1750, Zug 1666, Basel 1715 und auch im Aargau (Baden). Am Zürcher- Untersee sagte man dem Prinzen Napoleon nach, "er hei ammel mit Talere blättlet". Zürich um 1860 Wettkämpfe/Wertung Während einer Platzgersaison, die witterungsbedingt von März bis in den Oktober dauert, werden diverse Feste, Cup-, Freundschafts- und Wettspiele ausgetragen. Die Kantonale Meisterschaft, mit ihrem ganz besonders anforderungsvollen Programm von dreissig Würfen, besitzt wohl bei jedem Aktiven den höchsten Stellenwert. Denn um eine Meisterschaftsauszeichnung zu erlangen, gehören Können, Ausdauer und eine gewisse Routine zu den Voraussetzungen. Aber mit dem Kantonalen, dem Mittelländischen, dem Emmental- Oberaargauischen und dem Oberländischen, finden weitere Grossanlässe statt. An diesen Verbandsfesten gibt es jeweils schöne Ehrengaben zu gewinnen. Velos, Glocken, Treicheln, Haushaltgeräte und vieles mehr, stehen den besten Platzgern als Naturalgabe zur Auswahl. Vierplatz- Meisterschaft, Wettspielmeisterschaft, Kantonal- und Einzelcup, sind weitere Anlässe, die von jedem eingefleischten Platzger besucht werden. Die im Maximum zu erzielende Punktzahl pro Wurf, liegt bei 100 Punkten. Mit einem Abstand von 2 cm zum Schwirren werden dem Platzger demnach 98 Punkte gutgeschrieben. Mit 17 cm Abstand - 83 Punkte, 28 cm Abstand - 72 Punkte usw. Die Wertung ist also zu vergleichen mit der 100er Scheibe bei den Schützen. Die Platzge wird immer dort gemessen, wo sie ruhend liegen bleibt. Die Pflichtresultate werden zusammengezählt und durch ihre Zahl dividiert. Das ergibt das Sektions- oder Mannschaftsresultat. Folglich gilt: je mehr Mitglieder einem Klub angehören, um so günstiger wirkt sich das auf den Sektionsdurchschnitt aus. Die Platzge Die Platzge besteht meistens aus gehärtetem Stahl. Jeder Platzger besitzt sein eigenes Wurfgerät, das ihm in Form und Gewicht gut in die Hand passt. Der Durchmesser einer Platzge darf 18 cm nicht übersteigen. Ansonsten bestehen keine Vorschriften zu Form und Gewicht. In der Regel wiegt eine Platzge jedoch zwischen 1 bis 3 kg. Als eigentlicher Pionier in Sachen Platzgenherstellung gilt Emil Herren aus Münsingen. Seit Jahren stellt Herren hunderte von Platzgen aus Spezialstahl her. An jedem Fest führt er ein Sortiment an Wurfkörpern mit sich, damit eventuelle Käufer eine Auswahl haben. Ein Grossteil der Platzger verwendet bei dieser Sportart eine Platzge "Made by Herren". ... und einige Wurfkörper aus früheren Zeiten. Bleiblutzger Sie wurden mancherorts von den Jungen gegossen und zum stöcklen verwendet. Diese Wurfplatte von Gia Tramer aus S- chanf wurde abgeworfen indem sie vom Körper weg wagrecht gedreht wurde, so dass sie sich mit den vorstehenden Spitzen in den Boden eingekrallt hat und stecken blieb. Bleiwurfplatte mit Kerbe zum fassen, abwurfbereit, von P. A. Gilly, Zuoz Durchmesser: 7,7 cm Gewicht: 500 g Alte Eisenwurfplatte aus dem Jahre 1828 von Hotelier Gian Saratz, Pontresina. Seitenlänge: 5,5 cm Gewicht: 200 g
Name des Urhebers
Christian Zimmermann,czo
ursprüngliche Internetadresse
www.platzgen.ch
Name der Stadt des Urhebers
Ostermundigen,CH
Datum der Beglaubigung
23.01.01 @85.14W
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